Projekte der Lilien-Arche

Terra Preta


In der Lilien-Arche wuchsen bereits 2013 auf selbst gemachter Terra Preta einige stattliche Exemplare aus den vom Deutschen Kürbiskönig, Wilfried Schierding, stammenden Kürbissamen. Sein Siegerkürbis von 2011 brachte 603 Kilo auf die Wage. Macht alle mit und macht euch Terra Preta selber. Wie das geht lest ihr weiter unten.

 

Riesenkürbis aus Brachttaler Kürbiskönig-Samen
Riesenkürbis aus Brachttaler Kürbiskönig-Samen

Riesenkürbisse, botanisch Cucurbita maxima, sind selbstverständlich Speisekürbisse. Ihre Samen können ebenfalls verarbeitet werden und bleiben über viele Jahre keimfähig für neue Riesenkürbisse.

 

 

Terra Preta, die Schwarze Erde

sollte für uns leidenschaftliche Pflanzensammler eigentlich selbstverständlich sein.

Und doch hat sie kaum einer und nur wenige wissen überhaupt von der Wundererde aus Amazonien und Afrika, die nun auch in Slawensiedlungen an der Elbe entdeckt wurde. Es gibt kein besseres Konzept der Nachhaltigkeit für unseren Gartenboden. Dieser anthropogene Erdboden (also von Menschen gemacht), wird als Hortic Anthrosol bezeichnet. In Afrika und Amazonien besteht er aus, Holzkohle (bis annähernd 50%), Mist, Kompost, Tonscherben und Muschelschalen.

Einmal produziert erhält sich Terra Preta wie von selbst für Jahrtausende. Kein Düngen wird mehr erforderlich, lediglich das zuführen von Holzhohle (am besten zermahlen oder reiner Kohlenstoff) Biomasse in Form von Rasenschnitt, Laub, Holzhäcksel, gehacktes Unkraut, Kleintier-, Pferde- oder Kuhmist, Heckenschnitt und die berühmten Küchenabfälle. Der ganze Garten wird zu einer dicken Schicht bestem Dauerhumus der unsere Pflanzen selbstständig und bestens ernähren kann. Hinzu kommt der Umstand, das der Boden viel besser Wasser und Nährstoffe bindet und speichert.

Weshalb ist Terra Preta für Pflanzensammler so wichtig? Sammlungen bestehen über lange Zeiträume, die Pflanzen selber sollten ungestört wachsen können. Kein lockern, graben und hacken ohne unzählige Zwiebelpflanzen und andere dabei zu schädigen oder gar herauszuholen. Terra Preta dagegen braucht nicht mehr umgebrochen zu werden. Einfach nur die Biomasse darauf legen und in kurzer Zeit ist sie assimiliert. Terra Preta kann man sich leicht selber machen. Ich bin gerne mit Rat und Kohlenstoff dabei behilflich. Wer nicht so lange warten will, bekommt sie bereits im Handel angeboten. So auch in der Lilien-Arche in Erlangen.

Mein Wunsch für unsere Gärten währe es, das möglichst viele Gartenbesitzer ihren Boden in Terra Preta verwandeln.

Eine Einschränkung gibt es jedoch. Terra-Preta darf nicht für Moorbeetpflanzen und Orchideen verwendet werden. Im Selbstversuch habe ich gesehen wie Rhododendren darin mehr und mehr abstarben.

Dennoch verwende ich sie im ganzen Garten, nur eben nicht bei den Rhododendren, Hortensien und Eriken.

 

Wie ich meine Terra-Preta selbst machte. 

 

Stefan Strasser
Lilien-Arche Hortus Lilium

 

Buchtipp:

 

Terra Preta

 

 

Feuerlilien für das Bundeskanzleramt

Am 22. September 2010 pflanzten wir Feuerlilien (Lilium bulbiferum ssp. croceum), auch Roggenlilien genannt, im Bundeskanzleramt auf. Das Beet von etwa 70 m² wurde mit vom Aussterben bedrohten Stauden die in Brandenburg und Berlin auf der Roten Liste stehen bepflanzt. Eine der bedrohten Arten ist die Feuerlilie. Das wichtigste Wildvorkommen ist derzeit in Govelin. Unter www.lilienpfad.de/ können die wichtigsten Informationen abgerufen werden.

Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel wird das Staudenbeet Staatsgästen vorführen und auf die Notwendigkeit hinweisen die Artenvielfalt zu erhalten. Am Tag der Offenen Tür können alle Besucher das Staudenbeet besichtigen und sich an einer kleinen Tafel über die Pflanzung informieren. Nicht nur im UNESCO Jahr der Biodiversität.

Lilien für den EGA-Park in Erfurt

Im Herbst 2010 wurden hunderte Lilien aus der Lilien-Arche im ega-park Erfurt auf dem Gelände des ehemaligen Lilienbeetes aufgepflanzt. Somit ist ein zweiter Haltungspartner für die Lilien-Arche entstanden. Bereits im Mai/Juni 2011 können Besucher des EGA Geländes blühende Martagonlilien und deren Hybriden besichtigen. Ergänzt werden sie im Juli und August durch zahlreiche Asiaten und Trompetenlilien in Arten und Sorten.

Netzwerk Pflanzensammlungen

Wie alles begann

Die Idee, ein bundesweites „Netzwerk „Pflanzensammlung“ aufzubauen, ist der Initiative der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG) zu verdanken, die mit dem Symposium Netzwerk Pflanzensammlungen – Sichten, Pflegen, bewahren“ 2009 in Erfurt ein erstes Zeichen für Erhaltungsstrategien für private Pflanzensammlungen in Deutschland setzte und Erfahrungen bereits bestehender Netzwerke aus England, Schweiz und Belgien mit einbezog.

 

Mit der darauf folgenden Gründung der BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen (BAPS) im Jahr 2010 vereinigten sich private Pflanzensammler und Liebhabervereine, der Verband Botanischer Gärten, Gärtnereibetriebe, Züchter, Wissenschaftler und Vertreter der Deutschen Genbank Zierpflanzen in beratender Funktion, um am Aufbau eines Netzwerkes mitzuwirken. Mit Unterstützung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurde im Juni 2011 der Startschuss für den Projektbeginn  „Netzwerk Pflanzensammlungen“ gegeben. Ein wichtiges Ziel dieses Netzwerkes ist es, bedeutsame Sammlungen als Teilnetzwerke in die Deutsche Genbank Zierpflanzen einzubinden.

 

Der Netzwerkgedanke

Das „Netzwerk Pflanzensammlungen“ macht es sich zur Aufgabe, Pflanzensammlungen in Deutschland ausfindig zu machen, die Vielfalt der genetischen Ressourcen zu dokumentieren und dauerhaft auch für zukünftige Generationen zu sichern. Häufig finden sich gerade in privaten Gärten und Einrichtungen von Liebhaber-Gesellschaften Pflanzen aus unterschiedlichsten Regionen und Epochen wieder. Sie zeugen von einer ausgeprägten Sammelleidenschaft für einzelne Pflanzengattungen. Auch Raritätengärtnereien oder professionelle Züchter widmen sich unterschiedlichen Arten und Sorten und bringen jährlich Neuheiten auf den Markt. Die Projektleitung des „Netzwerk Pflanzensammlungen“ ruft alle Sammler dazu auf, sich am Netzwerkgedanken zu beteiligen, damit das Erbe und Kulturgut „Pflanze“ auch für zukünftige Generationen bewahrt wird.


Der Pflanzenfinder

Über eine gemeinsame Pflanzendatenbank werden nach dem Arche-Prinzip alle Pflanzenarten und- Sorten erfasst und der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Mit Ihrem Eintrag in unsere Pflanzendatenbank leisten Sie einen Beitrag

  • zur gartenkulturhistorischen Entwicklung durch das Bewahren und dokumentieren von historischen Arten und Sorten bis hin zu aktuellen Züchtungen.

  • zur Stärkung der regionalen Identität durch das Bewahren und Dokumentieren von regionaler Sortenvielfalt.

  • zum Naturschutz durch das Bewahren und Dokumentieren von Wildarten oder vorm Aussterben bedrohter Arten.

  • für Wissenschaft und Forschung durch die Bewahrung von  innerartlicher genetischer Variabilität und die Verfügbarkeit von samenechten Sorten und vegetativem Material.

  • zum Erhalt von Lebensqualität durch lebendige Pflanzenvielfalt in unseren Gärten. 


Patenschaften für bedrohte Pflanzensammlungen

Neben dem Sichtbarmachen von Pflanzensammlungen für die Öffentlichkeit, spielt auch der Bewahrungsgedanke für Pflanzensammlungen, die aus Altersgründen oder anderen Beweggründen nicht mehr gepflegt werden können, eine große Rolle. Hier versucht das „Netzwerk Pflanzensammlungen“ Kommunen, Botanische Gärten, Firmen oder Privatpersonen als Paten zu gewinnen, um Sammlungen auf Dauer am Leben zu erhalten.

  • Partnerschaften für Kommunen und Städte: Bedrohten Sammlungen werden überführt und in bestehende oder zukünftige öffentliche Grünkonzepte mit einbezogen (öffentliches Grün, Bundes- und Landesgartenschauen, städtische Wettbewerbe wie Entente Florale).

  • Patenschaften für Gärtnereibetriebe oder Privatpersonen, die über genug Fläche verfügen, Sammlungen aufzunehmen, zu pflegen und gegebenenfalls durch Vermehrung zu spiegeln.


Ausblick in die Zukunft

Ein langfristiges Ziel des „Netzwerk Pflanzensammlungen“ ist es, nach dem englischen Vorbild „Plant Heritage“ bedeutende Sammlungen zu „nationalen Pflanzensammlungen“ zu erklären und auf Dauer eine Nachhaltigkeit zu gewähren.